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Wirtschaft

14.03.2018 - Artikel

Stand: März 2018

Grundlagen

Die Slowakei ist eine hoch industrialisierte und stark exportorientierte Volkswirtschaft. Der Exportanteil am BIP beträgt über 90 Prozent, davon 80 Prozent in andere EU-Mitgliedstaaten. Der Anteil der Industrie samt Baugewerbe beträgt ca. 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; über 60 Prozent macht der Dienstleistungssektor aus, der Anteil der  Landwirtschaft liegt seit längerem um 3 Prozent.
Der industrielle Schwerpunkt liegt in der breit gefächerten Automobilbranche sowie in den Bereichen Elektronik, Metallbearbeitung und Maschinenbau.  Die großen ausländischen Konzerne Volkswagen, PSA Peugeot/ Citroën und Hyundai/ Kia spielen im slowakischen Fahrzeugbau eine führende Rolle.  Jaguar Land Rover errichtet als vierter internationaler Autokonzern derzeit ein Werk in der Slowakei.  2016 wurden erneut über 1 Million neuer Automobile hergestellt; dies ist weltweit die höchste Kfz-Produktion pro Kopf der Bevölkerung.

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 betrug wie im Vorjahr 3,3 %. Zur positiven Entwicklung der slowakischen Wirtschaft trägt insbesondere der Export in andere EU-Mitgliedstaaten bei. Wichtige Faktoren zu ihrer Belebung sind derzeit die günstigen Darlehens- und Kreditzinsen, die zunehmende Beschäftigungszahl und eine positive Entwicklung der Reallöhne.
Die registrierte Arbeitslosigkeit lag im Jahresdurchschnitt 2017 bei 7,5% mit stetig sinkender Tendenz (Nov. 2017: 5,6%). In Preßburg und anderen westlichen Regionen des Landes herrscht nahezu Vollbeschäftigung, während die strukturschwächeren Gebiete der Mittel- und Ostslowakei zwar ebenfalls vom Wachstum profitieren, aber nach wie vor deutlich höhere Arbeitslosenzahlen aufweisen. In vielen Branchen zeigt sich zunehmend ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.  Allein die Automobilbranche rechnet damit, dass bis 2020 rund 14.000 Fachkräfte fehlen werden.
Die Regierung achtet darauf, das jährliche Haushaltsdefizit unter 3 % des BIP (Bruttoinlandsproduktes) zu halten. 2017 lag die gesamtstaatliche Neuverschuldung nach Zahlen der EU-Kommission 1,6 % des BIP (2016 waren es 1,97%).  Für 2019 werden nur noch  0,16 % des BIP prognostiziert. 2020 soll erstmals ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden. Auch vor dem Hintergrund einer in der Verfassung verankerten „Schuldenbremse“ hat die Regierung inzwischen Sparmaßnahmen ergriffen, mit denen sie einen weiteren Anstieg der Gesamtverschuldung entgegen wirken konnte. 2017 erreichte sie in Relation zum BIP mit 51,1% den niedrigsten Wert der letzten fünf Jahre und soll 2018 auf unter 50% sinken. Die Slowakei hat zum 1. Januar 2009 den Euro eingeführt. Dieser Schritt wird von der Politik und der Öffentlichkeit überwiegend positiv bewertet. Die Gemeinschaftswährung bewährte sich als wirkungsvolles Instrument, um die negativen Effekte der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu mindern. Außerdem half sie der Slowakei, ihre Attraktivität unter ausländischen Investoren beizubehalten, die trotz der Krise in der Eurozone die Zugehörigkeit zur Gemeinschaftswährung als einen wichtigen Standortvorteil bewerten.

Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen

Für die slowakische Wirtschaft ist der Außenhandel von zentraler Bedeutung. 2017 ging das Exportwachstum leicht zurück. Bei stetig zunehmender Nachfrage aus dem Ausland, steigenden Produktionskapazitäten, insb. in der Autoindustrie, und einer erhöhten Arbeitsproduktivität wird für die kommenden Jahre jedoch ein starker Exportzuwachs erwartet. Rund 70 % ihrer Importe bezieht die Slowakei aus anderen EU-Mitgliedstaaten. Der EU-Anteil an ihren Ausfuhren liegt mit über 80 % sogar noch höher. Bedeutendste Handelsgüter sowohl bei Ein- als auch bei Ausfuhren sind Maschinen und Maschinenanlagen, Fahrzeuge, Datenverarbeitungsgeräte, Elektronik, Metallerzeugnisse und chemische Produkte, zu denen in den letzten Jahren zunehmend auch Dienstleistungen und Produkte  immateriellen Charakters hinzukommen – darunter an erster Stelle Software-Entwicklungen.
Deutschland bleibt mit Abstand wichtigster Handelspartner der Slowakei beim Im- und Export, wobei die Slowakei wie in den Vorjahren einen deutlichen bilateralen Überschuss erzielen konnte. 2017  betrug der bilaterale Handelsumsatz 26,5 Mrd. Euro. In der Slowakei sind sowohl große deutsche Investoren (Volkswagen, T-Systems, Deutsche Telekom, Siemens, Continental, Evonik, RWE, E.ON u.a.) als auch viele mittelständische deutsche Unternehmen vertreten. Insgesamt sind ca. 500 deutsche Unternehmen im Land dauerhaft tätig und beschäftigen ca. 100.000 Menschen. 


Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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